Freitag, 3. Juni 2011

die erste mahd

in den Parks die Wiesen -

der Schwung, der Waldrand:
das Heu -

_

und, schon, eine erste Mahd, gerade Reihen, und eine, die drum herum mit den Rechen vielleicht, und sah den Schwung dieser Linie, die den Waldrand nachzeichnete -
fahle Farben, in all den Grüns, dem Blau, dieses Sommer Abends -
eine Weite, die ich sah, und die Arbeit von Menschen,
merkwürdig genug, und ich sah, und schaute, und ich
kehrte zurüke, schaute ein zweites Mal -

wie schwer zu schreiben, Katharina, und schreibe, ich kann nicht reisen, mir fehlen die Gelder -

Wiesen in meine Erinnerungen, Farben über den Halmen, ganze Talflächen in gelb - viele Tagesreisen von hier, aber mit den Bahnen gut zu erreichen: mag sein, ich werde sie nicht wiedersehen; mir fehlen die Gelder -

Museen, mit Bildern, vom Heuen, ich kann diese Bilder nicht sehen, mir fehlen die Gelder; auch Bücher, selbst antiquarisch:
mir fehlen die Gelder -

wie leben, mit diesem Wissen: wie leben -

Menschen von weit her, in den Museen dieser Stadt, und ich, der ich hier wohne: kann die Bilder nicht sehen: mir fehlen die Gelder -

was ist das für eine Gesellschaft, die die Einzelne, den Einzelnen nicht achtet -

Jan Johan van Velde
3. Juni 2011

wie weiter -

ach Svantje,

was ist das: schreiben -

schreiben, um zu leben: wieviel Freude in mir ist, und kann nicht gelebt werden, wieviel Gedichte und wieviel Geschichten, und ich schenke so gerne -

und wie schwierig es ist, allein das Geld für
Lebensmittel: schreiben, um zu leben -

Vielleicht so, Thea Maren: die Gesellschaft verweigert genau das, was eine Mutter, eine Familie gibt: Geborgenheit,
Gesellschaft; Kleidung, Essen.

Jan Johan van Velde
3. Juni 2011

Johan Jan van Velde

für Thea und für Lisa und für Caitleen und für Svantje, frauen gestalten in der findung und in der wirklichkeit eben auch -

Jan Johan van Velde
im deutschsprachigen Raum

Tag für Tag:
wie leben -

Ich habe etwa 370 Euro für einen Monat. Das liegt da, wo diese Gesellschaft eine Grenze gesetzt hat: etwa so viel Gelder, 364 Euro, erhalten Menschen, die lange Zeit arbeitslos sind und denen die Gesellschaft keine Arbeit gibt.

Ich versuche, Schriftsteller zu werden.

Ich lebe, tag für tag, mit wenigen veränderungen,
von

roggenbrot, eiweiß, kohlenhydrate; ein roggenbrötchen mit käse, milcheiweiss, vitamin b12; ein weizenbrötchen, ein apfel mag sein einer birne am Tag, vitamine, karotten kohlrabi fenchel, vitamine; haselnüsse mandeln, pflanzliche fette; pfefferminztee; wasser; bonbons.

das sind, zusammen, etwa acht taler -
und giebt, etwa, 2500 kcal für einen tag -

ein glas thé, um zu überleben als gesellschaftliches Wesen, zwei taler fünfzig heller; eine überregionale tageszeitung, um gesellschaft vielleicht wenigstens anzudeuten, bedeutsam, zwei taler.

Jan Johan van Velde
5. Juni 2011
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