sich selbst sein
in der Unseld-Biographie von Michalzik, Blessing, München 2002 ein Hinweis auf einen Text Unselds in einem Heft der schweizer Zeitschrift Du, Oktober 1992 – und denken Sie nur, Senatorin, ich mag Johnson gerne lesen, und Leserin, Ingrid Babendererde, sein erster Roman, wie wunderbar: Leserin – und ich habe das Heft im Regal, Leserin, gehe die zwei drei Schritte hinüber – es sind jene Bezüge Zusammenhänge, die aus leben Leben machen, und weiß es verläßlich – ein Heft, 14 sfr damals, und kann mir heute: Zeitschriften nicht mehr kaufen, falle heraus aus dem gesellschaftlichen Diskurs, falle heraus aus der Zeit, ausgelöscht: ich, ausgelöscht -
Was meinen Sie, was ist das, ein Leben – und, was ist das, ein Leben entwerfen, ein Leben gestalten – wie wichtig es ist, sich für seine Biographie mit Dingen Bedeutungsfeldern zu umgeben, Bezüge in die Gesellschaft hinein aufzubauen: daß das leben Leben werde und glüke, gelinge – das eigene Sein mit Bedeutung versehen, und sich wiederfinden im Spiegel der Dinge, die einen umgeben, auch: eine Welt bauen, in der ein Leben Leben ist – und ist nur möglich mit Geldern – sich eine Welt gestalten, eine Welt schöpfern aus dem zivilisatorischen Reichtum, der einen umgibt: und ist nur möglich mit Geldern: Geldern – zugehörig sein, Teilhabe gewinnen mit dem Kennenlernen von Büchern, von Musik, von Städten und Landschaften, etwas eigenes sich entwerfen aus all dem zivilisatorischen Reichtum, mit dem die Gesellschaft mich, will sie: Gesellschaft sein: bekanntmachen m u ß -
und verweigert mir mein Leben, jene Gesellschaft, jene Gruppe, in der wir leben, alle, weist mich ab, verlacht mein Leben als: nicht dazugehörig, verlacht mein Leben als: belanglos für die Gruppe: zeichnet mich als: Fremden in der eigenen Stadt, wirft mich aus meiner Zeit heraus, jene Gruppe, in der ich doch lebte über viele viele Jahre, mein ganzes Leben lang lebte, jetzt: schließt: diese Gruppe mich: aus -
Sagen Sie, Leserin -
geschrieben am 31. März 2006
neu veröffentlicht am 27. November 2010
Jan Johan van Velde
Was meinen Sie, was ist das, ein Leben – und, was ist das, ein Leben entwerfen, ein Leben gestalten – wie wichtig es ist, sich für seine Biographie mit Dingen Bedeutungsfeldern zu umgeben, Bezüge in die Gesellschaft hinein aufzubauen: daß das leben Leben werde und glüke, gelinge – das eigene Sein mit Bedeutung versehen, und sich wiederfinden im Spiegel der Dinge, die einen umgeben, auch: eine Welt bauen, in der ein Leben Leben ist – und ist nur möglich mit Geldern – sich eine Welt gestalten, eine Welt schöpfern aus dem zivilisatorischen Reichtum, der einen umgibt: und ist nur möglich mit Geldern: Geldern – zugehörig sein, Teilhabe gewinnen mit dem Kennenlernen von Büchern, von Musik, von Städten und Landschaften, etwas eigenes sich entwerfen aus all dem zivilisatorischen Reichtum, mit dem die Gesellschaft mich, will sie: Gesellschaft sein: bekanntmachen m u ß -
und verweigert mir mein Leben, jene Gesellschaft, jene Gruppe, in der wir leben, alle, weist mich ab, verlacht mein Leben als: nicht dazugehörig, verlacht mein Leben als: belanglos für die Gruppe: zeichnet mich als: Fremden in der eigenen Stadt, wirft mich aus meiner Zeit heraus, jene Gruppe, in der ich doch lebte über viele viele Jahre, mein ganzes Leben lang lebte, jetzt: schließt: diese Gruppe mich: aus -
Sagen Sie, Leserin -
geschrieben am 31. März 2006
neu veröffentlicht am 27. November 2010
Jan Johan van Velde
Frieder - 27. Nov, 13:07
